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Freelancer werden - nicht jeder kommt infrage

Veröffentlicht am 16.03.2020 von Fredy Pillinger
freelancer
Mehr Freiheit und Unabhängigkeit - das sind die grossen Verlockungen einer Selbstständigkeit. Dass dafür ein hoher Preis zu zahlen ist, wird dabei gerne vergessen. Wer tatsächlich für die Arbeit als Freelancer geeignet ist, hängt dabei von mehreren wichtigen Faktoren ab.
 
Die Vorteile der Freelancer
Während Angestellte feste Arbeitszeiten haben und sich für gewöhnlich einer gewissen Hierarchie unterzuordnen haben, sind Freelancer deutlich unabhängiger. Dass diese Freiheit für viele Menschen besonders attraktiv ist, wundert deshalb kaum. Hinzu kommt, dass sich der Freelancer im besten Fall sogar seine Aufträge und Projekte ganz nach eigenem Wunsch aussuchen und weniger interessante Jobs einfach ablehnen kann. Eine solche Möglichkeit bietet sich in einem Angestelltenverhältnis nicht. Darüber sollte jedoch niemand vergessen, welche Schattenseiten die Selbstständigkeit hat. Hier sind es nicht allein die beruflichen und finanziellen Unsicherheiten, die es zu beachten gilt. Wer sich als Freelancer am Markt behaupten will, muss erst einmal ganz wesentlichen Anforderungen an die eigene Person gerecht werden.
 
Wer ist geeignet?
Neben der rein fachlichen Qualifikation sind es vor allem persönliche Eigenschaften, die darüber entscheiden, ob es überhaupt Sinn hat als Freiberufler zu arbeiten. Dabei sollte man sich nicht zu sehr von den vermeintlichen Vorteilen blenden lassen. Wer ernsthaft darüber nachdenkt, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, sollte sich deshalb vorher selbst ein paar Fragen ehrlich beantworten:
 
Was ist Ihre Motivation?
Reizt Sie die selbstständige Arbeit tatsächlich oder wollen Sie nur dem grauen Alltag des Angestelltendaseins entfliehen? Es gehört eine echte und vor allem dauerhafte Motivation und Überzeugung dazu, um als Freelancer durchzuhalten.
 
Wie gut sind Sie vernetzt?
Sich selbstständig zu machen, ohne bereits Kontakte zu künftigen Auftraggebern geknüpft zu haben, ist riskant. Denn eine von Beginn an anhaltende Durststrecke frisst nicht nur das Budget auf, sondern nagt auch an der Eigenmotivation. Besser ist man aufgestellt, wenn die ersten Projekte bereits auf Sie warten.
 
Was wollen Sie verkaufen?
Definieren Sie Ihr angebotenes Produkt bzw. Ihre Dienstleistung möglichst genau und grenzen Sie sich von Mitbewerbern ab, so gut es geht. Denn nur wer selbst von seiner Arbeit überzeugt ist, kann auch seine Kunden und Auftraggeber davon überzeugen.
 
Sind Sie belastbar genug?
Die grösseren Freiheiten, die ein Freelancer üblicherweise geniesst, treten schnell in den Hintergrund, wenn man erst im Alltag angekommen ist. Die freie Zeiteinteilung z. B. führt in den seltensten Fällen dazu, dass man weniger arbeiten kann. Gerade in den ersten Jahren sieht es eher umgekehrt aus. 12- oder 16-Std.-Tage sind da oft keine Ausnahme. Zwar haben Sie keinen Chef im Nacken, aber Deadlines und Kundenwünsche wirken sich am Ende ähnlich aus. Hinzu kommt, dass Sie sich um fast alles selbst kümmern müssen. Der bürokratische Aufwand, den man von niemandem bezahlt bekommt, wird dabei von vielen immer noch unterschätzt.